Was ich meiner Tochter mit auf den Weg gebe

Kinder haben es in dieser Welt nicht einfach. Und Frauen stehen besonderen Herausforderungen gegenüber. Das ist mir als Vater bewusst. Ich kann dir, meiner Tochter, nur Liebe geben. Und ein paar Gedanken. Mit auf deinen Weg, den du selber finden wirst. Über Frau-Sein, Männer, Mut, Liebe, Sexualität und Achtsamkeit. Geschrieben im September 2019.

Denke positiv. Und verliere dein Lachen nicht.

Meist sind es die kleinen, unscheinbaren Dinge, die dich am meisten erfreuen. Du spielst stundenlang mit einem Kuscheltier oder zwei kleinen Figuren. Und tauchst dann ganz in deine eigene Fantasiewelt ab. Du kannst so wunderbar albern sein. Dein Lachen schüttelt dich komplett durch. Und es steckt uns alle an. Du lachst so herzhaft, dass dir hinterher der Bauch wehtut. In solchen Momenten bist du in der Gegenwart. Und ganz bei dir.

Und manchmal bist du für deine sechs, bald sieben Jahre furchtbar ernst. Dann machst du dir Gedanken um Dinge, die deine Zukunft betreffen, und die nicht in deiner Hand liegen. Ich sehe oft junge Menschen und selbst junge Paare, die dauerhaft so missmutig dreinschauen, als würde das Ende ihrer Tage bevorstehen. Wenn deine Mundwinkel öfters nach unten gehen, statt nach oben, dann solltest du etwas verändern. Selbstbeobachtung und Selbsterkenntnis sind die wichtigsten Schritte hierzu.

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Männlichkeit: Ab wann ist ein Mann ein Mann?

Männer haben es nicht einfach: Im Gehirn ist noch der Held und Weltenretter verankert, doch die moderne Gesellschaft verlangt zunehmend nach achtsameren Disziplinen. Den Staubsauger schwingen, aber gleichzeitig ja nicht zu weichgespült daherkommen? Was darf es denn nun sein? Eine kleine Bestandsaufnahme.

Der Mann von heute pendelt zwischen Feminismus und Machismo. Er sollte die gesamte Klaviatur beherrschen, sich jederzeit souverän zwischen den Welten bewegen. Und intuitiv wissen, wann gerade welche Disziplin gefragt ist: Gentlemen, #MeToo-konform, Alphatier, bester Kumpel, Sex-Gott, treuer Beschützer, Frauenversteher, unabhängiger Krieger, junger Liebhaber, reifer Begleiter, Literat, Sportskanone, kuschel-Freund, familienkompatibel, Rocker, Ernährer, Vater, Vorbild. In all dem Widerspruch muss Mann sich vor allem auch noch klar sein. Gerade seinen Weg gehend.

Neue Werte, alter Instinkt

Hinzu kommt: Was Frau nach außen als Werte für Männlichkeit und Gleichberechtigung vertritt, dass muss noch längst nicht mit dem übereinstimmen, was ihre Instinkte sagen. Wer blickt da noch durch? Nicht selten herrscht Verunsicherung bei den Männern. Was soll ich leisten, was darf ich überhaupt noch?

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Was passiert bei einer Tantramassage?

Ich werde immer wieder gefragt: Was passiert da eigentlich, bei deiner Massage? Und was passiert nicht? Es gibt viele Geheimnisse um die Tantra Massage, aber auch einige Missverständnisse und Vorurteile. Ich lüfte den Schleier, ohne dir zu viel zu verraten – und damit die Spannung zu nehmen.

Zugegeben: Die Tantra Massage – ich lasse hier die unseriösen Anbieter einmal außen vor – lebt ein Stück weit von ihrem Mysterium, das sie verbreitet. Wenn du jeden Griff und jede Wendung vorab kennen würdest, wäre ein Großteil der (Vor-) Freude dahin. Ganz abgesehen davon, dass keine Massage der anderen gleicht. Dennoch beruhigt es natürlich, den groben Ablauf sowie die Dos und Don’ts zu kennen. Vor allem dann, wenn du dir noch unsicher bist, ob sich die sehr sinnliche aber auch intime Form der Massage für dich eignet.

Was ist eine Tantra Massage?

Die Tantra Massage ist eine ganzheitliche Massage für Frauen und Männer. Sie sollte von Profis gegeben werden, welche die Massage von Grund auf gelernt haben, etwa bei einem der zertifizierten Ausbildungsinstitute in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Tantra Massagen beziehen – im Gegensatz zu konventionellen Massagen – den gesamten Körper mit ein. Zudem dauert sie deutlich länger, in der Regel bis zu drei Stunden und mehr. Ziel der Massage ist es, zurück ins Spüren zu kommen, damit du deinen Körper und deine Sinne wieder mehr wahrnimmst.

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Der schlechte Ruf von Tantra – Ringelpietz mit Anfassen?

Geht es bei Tantra um Erleuchtung? Um Sex? Oder um beides? Das fragte sich vor ein paar Jahren die unsägliche Zeitschrift mit den großen Buchstaben. Aber die reißerische Schlagzeile hat schon recht: Tantra ist irgendwo zwischen Klangschalen und Rudel*** gefangen – so zumindest die gängigen Klischees. Warum ich trotzdem mit dem Begriff arbeite.

Erst jüngst wieder wurde ich bei einer Diskussion gefragt, warum ich meine Arbeit „Tantra Massage“ nenne, und nicht Berührungscoaching oder Ähnliches. Es war ein offener, achtsamer und spiritueller Mann, der mir diese Frage stellte. Aber er hatte schlechte Erfahrungen mit einem Anbieter gemacht, der seine Seminare unter dem Begriff „Tantra“ vermarktet. Für mich sind solche Vorbehalte nichts Neues – ich schalte dann fast schon automatisch in den Erklär- bzw. Verteidigungsmodus. Die Tantralehrerin Ilka Stoedtner bringt es auf den Punkt:

Der Begriff Tantra wird heutzutage oftmals mit etwas assoziiert, was sich zwischen Räucherstäbchen-Erleuchtung und Gruppensex mit Niveau befindet.

Den einen ist Tantra zu esoterisch und abgehoben, die anderen legen es gedanklich im Rotlichtmilieu ab. Das hat mehrere Gründe:

  • In unseren Breitengraden wurde aus einer umfassenden indischen Philosophie ein Lifestyle-Begriff, der nur scheinbar schnelle Antworten auf komplexe Fragen liefert.
  • Es gibt einige schwarze Schafe, die Tantra Massagen vermarkten, obwohl sich dahinter wenig achtsame Erotikmassagen verbergen. Das kann bis hin zur Grenzüberschreitung gehen. Hier verrate ich dir, wie du seriöse Anbieter findest.
  • Da der Begriff Tantra in keiner Weise geschützt ist, tummeln sich auch unter den sonstigen Seminaren und Ausbildungen Offerten, die tatsächlich eher in Richtung Gruppe-in-der-Reihe-herum gehen.
  • In einigen (wenigen) Fällen gab es auch im deutschsprachigen Umfeld Tantra-Zirkel mit eindeutig sektenähnlichen und autoritären Strukturen. Teile der Szene sind anfällig für selbsterklärte männliche wie weibliche Gurus.

Überhaupt ist die sehr heterogenen Tantra-Landschaft ein Teil des Problems. Diversität ist immer gut. Doch in diesem Fall führt es dazu, dass ich „Tantra“ sage, dann aber erst einmal erklären müsste: Was verstehe ich persönlich darunter? Und was ist jetzt und hier und in diesem Kontext damit gemeint? Und weil Tantra kompliziert ist, kann das dauern.

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Ist Selbstbefriedigung der schlechtere Sex?

Selbstbefriedigung ist ein Tabuthema – gemeinschaftlicher Sex gilt dagegen als schick. Schon das Wort „Masturbieren“ klingt schrecklich. Während mit der erotischen Zweisamkeit geprahlt wird, versteckt man die körperliche Selbstliebe verschämt. Doch dazu gibt es keinen Grund: Sex für dich alleine ist wichtig. Und genauso gut wie mit deinem Partner bzw. deiner Partnerin.

Bei einer kleinen Diskussion lernte ich jüngst einen Mann kennen, der in der Gruppe offen zugab, dass er alleine lebt. Und er ging noch einen Schritt weiter:

„Ich genieße meine Sexualität mit mir selbst sehr. Sie reicht mir aus.“

, so seine Aussage. Betretenes Schweigen war die Folge. Auch ich stutzte kurz. Bis mir klar wurde, wie mutig seine Aussage ist, aber auch wie richtig. Ich möchte die Intimität mit meiner Partnerin niemals missen, sie ist unvergleichlich. Aber Selbstliebe kann ebenfalls sehr erfüllend sein, auf eine andere Art und Weise. Eine kleine Anleitung dazu findest du hier.

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