Die aktuelle Situation fordert uns alle. Corona schlägt vielen Menschen aufs Gemüt. Und doch gibt es Stimmen, die für Hoffnung sorgen. Sie kommen ausgerechnet aus dem krisengeschüttelten Italien, dem Land der Lebensfreude. Was können wir daraus lernen?

In einem Interview der Tagesschau wird Franco Ferrarotti – ein bekannter italienischer Soziologe – zu seinen Erwartungen für die Zeit nach Corona gefragt. Seine Antwort lautet:

Ich glaube, wenn die Krise vorbei ist, werden wir eine enorme Wiederkehr von Lebensfreude und Lust am Wiederaufbau erleben. Ähnlich wie am Ende des Krieges wird es in ganz Europa eine unglaubliche Explosion an Lebensfreude geben.

Ferrarotti ist fast 94 Jahre alt. Er hat den zweiten Weltkrieg miterlebt, ebenso wie viele andere düstere Kapitel der europäischen Geschichte. Und doch macht er uns Mut. Er sieht die immensen Herausforderungen an die Gesellschaft, aber auch die Chancen. Zeiten wie diese bringen uns dazu, neue Kraft zu schöpfen, so meint er:

Das wird eine grundlegende, positive Erfahrung von Leben sein, gemeinsam die Krise durchzustehen. Für Europa, und, ich würde sagen, für die gesamte Menschheit.

Mir ist bewusst, dass derlei Worte für manche wie Hohn klingen. Nicht wenige verlieren in diesen Tagen einen geliebten Menschen. Oder sie kämpfen um ihre Existenz – mit ungewissem Ausgang. Das zermürbt. Und es lässt den Betroffenen aktuell wenig Spielraum für Lebensfreude. Deswegen macht es Sinn, die Achtsamkeit zu schulen:

  • Wo gibt es Menschen in unserer Familie, in unserem Bekanntenkreis und in unserer näheren Umgebung, die derzeit Not leiden?
  • Wem kann ich wie helfen? Wer freut sich besonders über einen Anruf?
  • Kann ich Projekte für Obdachlose unterstützen, den bislang unbekannten Nachbarn fragen wie es ihm geht, nach der Krise lokale Geschäfte statt Amazon fördern?

Es gibt viele Wege, um für einen Ausgleich zu sorgen. Finanziell, aber auch mit einfachen Worten. Im Aufschwung nach der Unruhe sollten wir das nicht vergessen. Denn manche von uns werden schnell und gestärkt aus der Corona-Krise kommen, bei anderen dauert es deutlich länger.

Aufbruch

Und doch ist da für alle Betroffenen diese Chance: „Explosion an Lebensfreude“. Das klingt nach Aufbruch. Nach Begegnungen, die tiefer gehen. Wenn die Krankheitswelle nachlässt, dann gehen wir hoffentlich nicht sofort zum Alltag über. Unser Nachholbedarf führt vielleicht dazu, dass wir unser Leben bewusster angehen. In Gesprächen, Gesten, Berührungen, Freundschaften und in der Liebe. Mehr dazu in meinem Text Berührung in Zeiten der Unsicherheit.

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Bilder: Annie Spratt, Simon Wilkes

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