Weg vom Programm, hin zur Lust

Vom vorgetäuschten Orgasmus bis zu automatisierten Abläufen im Bett: Lust und Ekstase, die uns gar nicht mehr wirklich erreichen, sind allgegenwärtig. Und das nicht erst seit es Porno & Co. gibt. Dieser Beitrag zeigt dir, wie aus dem Programm wieder echte Hingabe wird. Egal ob für dich alleine oder in einer Beziehung.

Kurz ein wenig da streicheln, dann diesen Knopf drücken. Schließlich feste in eine Richtung stimulieren und schon bin ich am Ziel. Wir alle kennen den Sex, der für Befriedigung sorgt, aber nicht wirklich berührt. Animalische Spielarten sind vollkommen in Ordnung. Doch auf Dauer fehlt etwas. Vor allem dann, wenn wir die Empfindungen gar nicht mehr bewusst wahrnehmen.

Katrin Aschermann bietet in Hamburg Tantra Massagen an. Sie kennt das Phänomen der antrainierten Muster aus ihrer Praxis. In einem Interview für das Magazin „Spiegel“ beschreibt sie:

Sobald man sich dem Intimbereich nähert, kommen die automatisierten Abläufe: Beckenbewegung, unechtes Stöhnen und so weiter… Es geht darum, diese Reaktionsketten zu unterbrechen. Nur so kann die Erfahrung gemacht werden, was einen emotional wirklich berührt und öffnet.

Vom Druck des Orgasmus

Hinzu kommt: Wir haben beim Sex so sehr das vermeintliche Ziel (den Orgasmus) vor Augen, dass wir den Weg dorthin nahezu ausblenden. Dann spüren wir am Ende einige Sekunden lang in uns hinein, und das war es. Wie schade. Als Mann habe ich die Erfahrung gemacht: Wenn du es schaffst, dich vom Druck des Orgas-Muss (O-Ton Katrin Aschermann) zu lösen, dann lernst du deine Sexualität komplett neu kennen. Das Programm gerät in den Hintergrund. Und aus dem schnellen Quickie können Stunden werden.

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Väter ohne Kinder: Das verdrängte Leid

Es gibt viele Männer, die heute gerne bei ihren Kindern wären, es aber nicht können oder dürfen. Weil die Mutter das nicht möchte. Meine Gedanken zu einem Phänomen, das allgemein nur wenig Beachtung findet – passend zum Vatertag.

Das Buch und der Film „Nicht ohne meine Tochter“ waren Anfang der 90er Jahre in aller Munde. Millionen ZuschauerInnen weltweit bewegte das Schicksal der Mutter, die im Ausland um ihr Kind kämpfen musste. Zu Recht: Das Drama – basierend auf einer echten Geschichte – zeigte eindrücklich, welches Leid vielen Frauen und ihren Kindern täglich widerfährt.

Was viele aber nicht wissen: Hierzulande sind es eher die Männer, die um den Kontakt mit ihren Kinder kämpfen. Und das selbst dann, wenn sie das offizielle Sorgerecht haben. Die Zahlen dürften in die Hunderttausende gehen. Mit unterschiedlichem Schweregrad: Vom Papa, der nach der Trennung mühsam verhandeln muss, seine Kinder regelmäßig zu sehen. Bis hin zu den Vätern, denen sich die Mutter komplett verweigert. Aus unterschiedlichsten Gründen. Nicht wenige verlieren den Kampf – und zerbrechen daran. Ebenso wie einige Kinder.

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Männer und Bedürftigkeit

Emotionale Bedürftigkeit betrifft viele Männer – sie sorgt regelmäßig für großen Frust. Und sie wirkt besonders abschreckend auf Frauen. Es ist gar nicht so einfach, aus diesem Kreislauf herauszukommen. Hier ein paar Ansätze, wie es dir gelingen kann.

Bedürftigkeit im emotinalen Sinn bedeutet, dass du davon abhängig bist, was andere von dir denken. Du lässt nichts unversucht, um dich ins rechte Licht zu rücken, und um gesehen zu werden. Das ist nicht nur sehr anstrengend, sondern führt gleichzeitig zum genauen Gegenteil: Menschen – insbesondere Frauen – wenden sich von dir ab. Denn emotional bedürftige Menschen sind für andere nur schwer zu ertragen.

Machen wir einen kleinen Test. Beantworte folgende Fragen:

  • Du willst möglichst allen Menschen um dich herum gefallen?
  • Dein Selbstbewusstsein ist eher gering?
  • Wenn du Frauen begegnest suchst du ihre Aufmerksamkeit? Du fragst dich, was sie über dich denken, und ob sie Interesse an dir haben?
  • In gemischten Gruppen beobachtest du mehr die Frauen, als die Männer? Du hast wenig oder keine Männerfreundschaften?
  • Du findest nur schwer eine Partnerin? Du bist enttäuscht, wenn du eine Frau ansprichst, und sie kein Interesse an dir zeigt?

Je mehr der Fragen du mit „Ja“ beantworten kannst, umso eher bist du ein Kandidat für die unliebsame Abhängigkeit. Dann solltest du dringend handeln, denn Bedürftigkeit macht dich auf Dauer krank und einsam.

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Ab wann hören wir auf, frei zu sein?

Astrid Lindgren hat das eindrucksvolle Zitat geprägt: „Sei frech und wild und wunderbar!“. Doch warum müssen wir uns überhaupt daran erinnern lassen? Warum hören wir als Erwachsene irgendwann auf, wild und damit frei zu sein? Und was können wir von unseren Kindern lernen? Eine kleine Spurensuche.

Momentan lese ich meiner sechsjährigen Tochter „Pippi Langstrumpf“ vor. Eigentlich ist es kein Buch für Kinder, sondern für Erwachsene. Die feine Anarchie, die aus Szenen wie dem Kaffeekränzchen mit den Damen aus der Nachbarschaft spricht, wird nur mir bewusst. Für meine Tochter ist es in weiten Teilen die ganz normale Beschreibung eines ganz normalen Mädchens, das Freude hat. Was Erwachsene ungehörig oder skurril finden, ist für Kinder Normalität. Wir haben es verlernt, frech und wild zu sein. Wie schade! Ich frage mich beim Lesen der Bücher von Astrid Lindgren, wann ich meine eigene wilde Seite aufgegeben habe. Und warum ich sie heute so selten lebe.

Im Rahmen eines tantrischen Jahrestrainings durfte ich meine Kindheit spielerisch noch einmal erleben:

  • Toben und etwas wagen
  • Vieles wie zum ersten Mal wahrnehmen
  • Blind vertrauen (mit verbundenen Augen)
  • Vater und Mutter spüren, und sich gleichzeitig von ihnen frei machen
  • In den Kreis der anderen Kinder treten, dann wieder die Besinnung auf mich selbst
  • Nacktheit als etwas ganz Natürliches und Unschuldiges wahrnehmen..

Wie wunderbar war diese Erfahrung. Und – trotz mancher Probleme und Schatten – wie wunderbar war meine eigene Kindheit! Das wurde mir schlagartig bewusst.

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Dildo, Vibrator & Co: Schädlich für die Lust?

Der Markt für Sexspielzeug boomt. Längst gibt es nicht nur normale Dildos und Vibratoren. Spezielle Geräte versprechen den ultimativen Kick, von „gefühlsechter“ Klitoris-Stimulation bis hin zum G-Punkt-Wunder. Einige sollen gar bessere Dienste leisten als das menschliche Vorbild. Doch können Sex Toys auch gefährlich werden? Sinkt das Empfinden, machen sie taub oder gar abhängig? Und wie spürst du wieder mehr?

Auf Instagram stieß ich jüngst auf einen Kanal, der Frauen den richtigen Umgang mit den kleinen Helferlein zeigt. Das ist durchaus amüsant. Und solange es hilft, Sexualität weniger schambehaftet und offener werden zu lassen.. Andererseits vermitteln solche Anleitungen manchmal den Eindruck, der Grad der Erfüllung richte sich nach Anzahl und Raffinesse der zur Verfügung stehenden Werkzeuge. Können nur jene die absolute Ekstase erfahren, deren abschließbares Fach im Schlafzimmer am größten ist? Die also eine ganze Armada vorweisen, vom App-gesteuerten Druckwellenstimulator bis hin zum geäderten Doppel-Vibrator mit Sweetspot-Funktion und 24 Programmen?

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